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Konstitutionelle Monarchie im britischen Commonwealth und Bundesstaat in Nordamerika, mit fast 9 970 610 km² (davon 755 180 km² Binnengewässer) zweitgrößter Staat der Erde, 32,8 Mio. Einwohner, Hauptstadt Ottawa, Amtssprachen Englisch und (v. a. in Quebec) Französisch.

Land und Leute

Hinter den Ausläufern der Appalachen nahe der Atlantikküste dehnt sich nach Norden ein riesiges Tiefland (an der Hudson Bai), nach Westen eine schier endlose Hochebene mit z. T. Mittelgebirgscharakter. Es folgt weit im Westen der Anstieg zur Hochkette der Rocky Mountains, die im Mount Logan 5 959 m erreichen und steil zum Pazifik mit seiner reich gegliederten Küste abfallen. Im Süden stark bewaldet und klimatisch mäßig kontinental geprägt, weist Kanada nach Norden zu Taiga- und Tundrazüge auf, die Tierwelt folgt dieser Gliederung, die menschliche Besiedlung dünnt entsprechend aus.

Sie ist weitgehend konzentriert im Südosten an den großen Seen in Nachbarschaft der USA und am St.-Lorenz-Strom, im südlichen Mittelteil mit Winnipeg und Regina sowie am Pazifik mit der Zentrum Vancouver. Die einheitliche sprachliche Prägung täuscht über das vielfältige, je zur Hälfte katholische und protestantische Völkergemisch hinweg, das die indianische Urbevölkerung (noch ca. 370 000) und die Inuit (noch 26 000) bis auf Reste verdrängt hat.

Wirtschaft

Kanada ist ein moderner Industriestaat, in dem wegen der enormen Flächen Land-, Forst- und Fischwirtschaft noch eine wesentliche Rolle auch für den Export (v. a. Getreide, Fleisch, Holz) spielen. Nicht minder bedeutend sind die Bodenschätze (Erdöl, Kohle, Nickel, Kupfer, Eisen, Gold, Molybdän) und für die Energiegewinnung die Wasserkraft der zahlreichen Flüsse. Die Industrie, v. a. Fahrzeuge, Elektronik, Stahl, Petrochemie, Nahrungsmittel, kann daher vorteilhaft kalkulieren und Kanada den Platz unter den 7 wirtschaftlich stärksten Staaten (G 7) sichern.

Geschichte

Schon um 1000 n. Chr. erreichten Wikinger als erste Weiße die kanadische Ostküste, doch erst nach der Wiederentdeckung im 16. Jh. kam es zu weißer Besiedelung. Es waren Franzosen, die sich festsetzten und die Kolonie Neufrankreich gründeten. Die bald einsetzende Rivalität mit den Briten entlud sich im Siebenjährigen Krieg (1756–63) und führte zur Übernahme des Gebiets durch England. Auch in Kanada, das durch Erwerbungen im Westen und Norden im 19. Jh. zur heutigen Größe wuchs, entstand eine Unabhängigkeitsbewegung, die nach dem 1. Weltkrieg den Status eines Dominions erreichte. Es wurde im 2. Weltkrieg zum entscheidenden Rückhalt des Mutterlands, das nach 1945 nur noch durch das gemeinsame Staatsoberhaupt mit seiner einstigen Kolonie verbunden blieb.

Kanada gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen und der NATO. Der folgende Aufschwung gelang v. a. durch Anlehnung an die USA, zu denen wirtschaftliche Sonderbeziehungen bestehen. 1982 völlige Loslösung von Großbritannien.